Alfred Hitchcock - Der Klassiker
Es gibt immer Einen, der es kann und vormacht und dann gibt es Unzählige die es nachmachen wollen. Was dann meistens traurig endet und zwar für alle Beteiligten. So versuchen unzählige Regisseure an den Meister heranzukommen, der bereits in den Goldenen Zwanzigern Filme machte, die man heute noch kennt. Wer kann das schon von seinen Werken behaupten?
Sir Alfred Joseph Hitchcock wurde am 13. August 1899 in Leytonstone, in Großbritannien, geboren. Er war sieben Jahre jünger als seine Geschwister, wurde römisch-katholisch erzogen, war klein und etwas pummelig und wahrscheinlich aus all diesen Gründen ein unfreiwilliger Einzelgänger. Er verließ die Jesuiten-Schule in London mit 14 Jahren und besuchte seitdem Abendkurse an der Londoner Universität. Er begann mit Kursen über das Handwerk und besuchte daraufhin für einige Monate auch die School of Engineering and Navigation. Außerdem interessierte er sich für die Kunst und belegte Kurse für technischen Zeichnen und Kunstgeschichte an der Fachakademie. Im Jahr 1915 nahm er, nach dem Tod des Vaters, eine Stelle als Technischer Angestellter an. Er wurde aufgrund seines künstlerischen Talents jedoch bald in die Werbeabteilung versetzt. Er begann auch schriftstellerisch tätig zu sein und veröffentlichte kleine Gruselgeschichten in der Betriebszeitschrift. Als 1920 die amerikanische Produktionsgesellschaft Paramount ein Studio in London eröffnete, bewarb sich Hitchcok und bekam eine Stelle als Zeichner. Nur fünf Jahre später konnte er sein Regisseurdebüt feiern, als er den Film Irrgarten der Leidenschaft beendete. Den Durchbruch schaffte er mit Der Mieter 1927.
Zwei Jahre nach der Hochzeit mit Mitarbeiterin Alma Reville wurde 1928 Tochter Patricia geboren. Nicht nur Hitchcocks Privatleben entwickelte sich, sondern auch die Technik und er war einer der wenigen, die im Tonfilm neue Möglichkeiten sahen. Aufgrund seiner Unzufriedenheit mit den Studiovorschriften wechselte Hitchcock wieder zur Arbeit mit Produzent Michael Balcon, seine folgenden Filme machten ihn weltweit berühmt. Doch die Partnerschaft zerbrach und Hitchcock wurde nach Hollywood geholt. Er war sich inzwischen sicher, dass sein Genre das Drama war und alles andere nichts werden würde. Seine gegründete Produktionsfirma ging nach kurzer Zeit Konkurs, also nahm Hitchcock das Angebot von Warner Bros. an. Es konnte wieder mehr Erfolg verbuchen und begann Vorlesungen an Universitäten zu halten. Warner wollte, dass er 3D ausprobierte, was Hitchcock jedoch nicht gefiel, da er auf künstlerische Freiheit bestand. Er wechselte zu Paramount. Hier begann seine erfolgreichste Zeit mit der Veröffentlichung von Das Fenster zum Hof 1954. Ein Jahr später begann seine Fernsehsendung Alfred Hitchcock Presents, die zehn Jahre lief. Sein größter kommerzieller Erfolg Psycho folgte 1960 und war von den Kritikern so ungeliebt wie vom Publikum verehrt. Hitchcock war inzwischen zu Universal gegangen, die jedoch so viel selbst bestimmen wollten, dass Hitchcock sich erst weniger am Set bemühte und sich schließlich nach mehreren Misserfolgen zurückzog.
Als seine Frau ihren ersten Schlaganfall erlitt ging es auch mit Hitchcock gesundheitlich bergab. Seinen letzten Film Familiengrab von 1976 brachte ihn an den Rand seiner Kräfte, war jedoch ein Erfolg. Ermuntert wollte er weiterarbeiten, doch Universal stoppte die Arbeiten aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes. Drei Jahre später wurde er vom American Film Institute für sein Lebenswerk geehrt. Nur drei Monate vor seinem Tod am 29. April 1980 wurde er in den britischen Adelsstand erhoben. Er starb an Nierenversagen in seinem Haus in Los Angeles.